Walter F. Otto: Der Geist der Antike und die christliche Welt (1923) – gelesen

Dieses schmale Bändchen ist eine fundamentale scharfe Kritik des Christentums aus dem Geist Nietzsches und vor dem Hintergrund der griechischen Götterwelt und der griechischen Lebensführung. Die Kritik verurteilt die Selbsterniedrigung der Christen, ihr Schuld- und Sündenbewusstsein, die Verachtung der Natur, den sklavischen Gehorsam, den Verlust von Güte, Humor und Ritterlichkeit sowie des sichtbaren Gottes, den Goethe noch kannte. Auch das Judentum kommt als Religion bei Otto ganz schlecht weg.

https://archive.org/details/dergeistderantik0000vonw/page/n5/mode/2up (Otto: Der Geist der Antike…)

Hitler // AfD

„Hitlers Sprache war die des erbitterten Protestes. Sie erlaubte es ihm, das Opfer in sich selbst und das Mitleid dafür auf eine Art und Weise auszudrücken, die den wirklichen Sachverhalt des Opferseins und des Leides verdeckte. Das ist der Trick, den viele Politiker anwenden, wenn sie Menschen in ihrem Opfersein und ihrem Selbstmitleid vereinen, um die Wahrheit ihres eigentlichen Leidens unter Staat, Eltern, Kirche zu verschleiern. Sie können sich dann auch noch dafür loben, daß sie dieses Opfersein an andere weitergeben. So wird die Weitergabe der Bestrafung in eine Sprache der nationalen Erneuerung und Wiedergeburt gekleidet. Das ist der eigentliche Weg der freiwilligen Knechtschaft (…). Die angebliche Befreiung eines Volkes führt in Wahrheit zu seiner Versklavung. Die Menschen glauben jedoch unerschütterlich daran, daß es sich um ihre Befreiung handelt.“ (Arno Gruen: Der Fremde in uns. dtv 2002, S. 85)

Wer erkennt hier nicht in Hitlers Vorgehen die AfD wieder?

Frömmler und religiöse Fanatiker

Unter der brünstigsten Andacht steckt immer eine gute Dosis Eigenliebe, die da der Menschlichkeit Gränzen setzt. [mit Kommentar i]

i) Ich will und mag nicht die Wuth derer wider mich reizen, deren Handwerk Gott dienen und Menschen verfolgen ist; ich begnüge mich daher eine Stelle aus Roußeau anzuführen. Sie enthält alles Schöne und Wahre, was man je über diesen Gegenstand geschrieben hat:

„Wodurch uns die Andächtler von Profeßion so unausstehlich werden, das ist die Rauhigkeit ihres Charakters, der sie für die Leiden der Menschheit unempfindlich macht; und ihr übertriebener Hochmuth, mit dem sie auf die übrige Welt herabsehen, um sie zu bemitleiden. Würdigen sie sich, von ihrer Erhabenheit sich zu irgend einer Handlung der Wohlthätigkeit herabzulassen; so geschieht es auf eine so demüthigende Art, so beklagen sie die andern in einem so bittern Tone, so ist ihre Gerechtigkeit so strenge, ihre Liebe so hartsinnig, ihr Eifer so herbe; und ihre Verachtung gleicht so sehr dem Hasse, daß selbst die Gefühllosigkeit der Weltleute weniger grausam ist, als jener ihr Mitleid. — — Je mehr sie sich von den Menschen absondern, desto mehr fodern sie von ihnen; und man möchte sagen, daß sie sich nur darum zu Gott erheben, um seine Gewalt auf Erde auszuüben.“

Des Herzogs de la Rochefoucault moralische Maximen mit Anmerkungen. Aus dem Französischen, bey Georg Mößle. Wien und Leipzig 1784 („Die Anmerkungen sind aus dem grossen Kommentar des Mansson zu Rochefoucaults Maximen genommen.“) https://archive.org/details/11696957bsb/page/n3/mode/2up

Denkwürdig: Philosophie fürs Leben

Arm ist, auch bei wenigem, nicht, wer nach der Natur lebt;

Wer nach Meinungen lebt, ist, auch bei vielem, nicht reich.

Diesen denkwürdigen Spruch habe ich in einer Sprichwortsammlung gefunden. Er ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: einmal wegen der bereits von den Griechen gefundenen Unterscheidung Natur – Meinungen, zweitens wegen seiner schönen Form; es ist ein reiner Chiasmus.

Fangen wir mit der Philosophie an, wo seit alters unterschieden wird: was von Natur aus (physei) gilt – was nur aufgrund von menschlichen Vereinbarungen (thesei) gilt; das Erste gilt wirklich, das Zweite nur aufgrund einer Konvention. Nehmen wir ein Beispiel: Wenn man Hunger hat, muss man essen; das ist natürlich. Dass man vor Ostern, speziell am Karfreitag fasten musste, galt für Katholiken aufgrund einer von Menschen gemachten Vorschrift. Wer fasten will, soll fasten, aber dass man es tun muss, ist bloß menschlich-katholische Meinung. Um noch ein profanes Beispiel zu geben: Wenn einen der Bauch zwickt, muss man furzen, um seine Beschwerden loszuwerden; dass man solches in Gesellschaft nicht tun darf, haben Menschen sich irgendwann ausgedacht und zu einer Anstandsnorm erhoben, welche höhere Töchter für eine Offenbarung halten. – Dieser Tage las ich in der SZ einen witzigen Spruch bezüglich der Attraktivität von Frauen für Männer: „Der liebe Gott [religiöse Norm = Konvention] verliert immer gegen die Frauen [Natur].“ Der gleiche Gedanke steht hinter der Sentenz de La Rochefoucaulds: „Einem zahlreichen Korps das Cölibat auferlegen, heisst nicht sowohl ihm verbieten, Weiber zu nehmen, als vielmehr ihm anbefehlen, sich mit den Weibern Anderer zu behelfen.“

Daneben verdient auch die schöne Form des Sinnspruchs Beachtung: Es ist ein Distichon, also die Kombination eines Hexameters mit einem sogenannten Pentameter (der in Wahrheit auch ein Hexameter ist, nur dass nach der dritten Hebung [lebt] die unbetonte(n) Silbe(n) fehlt/fehlen und sofort die vierte Hebung [ist] folgt. Zudem ist der Spruch ein wunderbarer Chiasmus: Die sinntragenden Wörter „arm – reich“ und „Natur – Meinungen“ stehen sich in Kreuzstellung gegenüber, was an den griechischen Großbuchstaben Chi (= X) erinnert, einmal am Anfang, einmal am Ende eines Verses. Dabei werden „arm – reich“ noch durch die Adverbiale „bei wenigem – bei vielem“ unterstützt.

Fürs Leben ist der Spruch gut, weil er zum Nachdenken darüber anregt, was wir wirklich brauchen bzw. was wir alles nicht b r a u c h e n , wenn wir es auch gern h ä t t e n (bzw. h a b e n).

Vom Reden

Anstatt, daß wir auf andere aufmerksam seyn sollten, um sie kennen zu lernen, sind wir blos darauf bedacht, uns selbst den andern bekannt zu machen. Wir würden klüger thun, wenn wir zuhörten, um neue Einsichten zu erlangen, als wenn wir zu viel reden, um die bereits erlangten zur Schau auszustellen. (S. 235)

Gleichwie es ein Zug grosser Geister ist, mit wenig Worten Vieles zu sagen, so haben hinwiederum die kleinen Geister die Gabe, Viel zu reden, und nichts zu sagen.

Das unüberschwengliche Vergnügen, mit dem wir von uns selbst reden, soll uns befürchten lassen, daß wir denen wenig Vergnügen machen, die uns zuhören. (S. 236)

Des Herzogs de la Rochefoucault moralische Maximen mit Anmerkungen. Aus dem Französischen, bey Georg Mößle. Wien und Leipzig 1784 („Die Anmerkungen sind aus dem grossen Kommentar des Mansson zu Rochefoucaults Maximen genommen.“) https://archive.org/details/11696957bsb/page/n3/mode/2up

de La Rochefoucauld über Phantasie, Literatur, Schauspiel, „Liebe“ und ihre Wirkungen

Nur in grossen Städten macht die Eigenliebe die Menschen so glücklich und so unglücklich, als sie es werden können, wirklich oder in der Einbildung. Da werden Menschen von Eltern von einer zarten und schwächlichen Komplexion erzeugt, die auch auf dieser ihre Organen Einfluß hat, und sie für jeden Eindruck des Vergnügens und des Schmerzens äußerst reizbar macht. Ihre weichen und schlaffen Fibern nehmen leicht jede Spannung an. Gewöhnt ſeit ihrer zärtesten Jugend an ein wollüstiges und unthätiges Leben, haben sie immer Zeit über ihre Ideen nachzudenken und sie mit ihren Empfindungen zu vergleichen. Auf einer andern Seite hat dieß Lesen von Büchern aller Art, aus dem sich die Städter ihre Hauptbeschäftigung machen, nach und nach viel beigetragen, die Fähigkeiten des Geistes zu entfalten, die Einbildungskraft reizbarer zu stimmen, und die Sinnlichkeit zu verfeinern. Hierzu füge man noch den täglichen Umgang der Personen beiderlei Geschlechts, die sich wechselweise ihre Regungen, Phantasien und Gefühle mittheilen; die Gewohnheit immer zu genießen, die, während daß sie das natürlich Lebhafte der Sinnenempfindlichkeit verstumpfet, Begierden erreget, und die Phantasie immer neue und man[i]chfaltige Vergnügungen zu erkünsteln nöthiget; die Schauspiele, welche die Charaktere verstärken und den Leidenschaften der Zuschauer einen höheren Grad von Schnellkraft geben etc. Ursachen genug, die vereinigt unsere Gefühle so überspannen, daß wir immer, sowohl im Glück als im Unglück, taumeln. (Anmerkung x, S. 99-101)

Alle die rauschenden Zeitvertreibe sind dem praktischen Christenthume gefährlich. Aber unter allen, welche die Welt erdacht hat, ist keiner mehr zu fürchten, als das Schauspiel. Dieses ist ein so natürliches, so gefühlvolles Gemälde der Leidenschaften, daß sie dadurch noch mehr belebet werden, und in unserem Herzen Wurzel fassen. Dieß gilt vorzüglich von der Liebe, besonders wenn man sich selbe als rein und ehrbar vorstellet; denn je in einer unschuldigeren Gestalt selbe sich unschuldigen Seelen zeiget, desto eher werden sie davon gerühret. Man machet sich zu gleicher Zeit eine Art von Gewissen, das sich auf die Ehrbarkeit dieser Empfindung gründet: und man bildet sich ein, daß man der Herzensreinigkeit nicht zu nahe tritt, wenn man eine so vortreffliche Liebe werth schätzet. Eben so geht man aus dem Schauspiel mit einem Herzen, voll von allen den süssen Reizen der Liebe, und mit einem Verstand, so überzeugt von ihrer Unschuld, daß die Seele ganz vorbereitet ist ihre ersten Eindrücke zu empfangen, oder vielmehr Gelegenheiten zu suchen, sie in das Herz eines anderen zu verpflanzen, damit man das nämliche Vergnügen koste, die nämlichen Opfer empfange, die man auf der Schaubühne so glücklich vorstellen sah. (S. 126 f.)

Des Herzogs de la Rochefoucault moralische Maximen mit Anmerkungen. Aus dem Französischen, bey Georg Mößle. Wien und Leipzig 1784 („Die Anmerkungen sind aus dem grossen Kommentar des Mansson zu Rochefoucaults Maximen genommen.“) https://archive.org/details/11696957bsb/page/n3/mode/2up

Morgensterns Vision unserer Handy-Krankheit

Das Warenhaus

Palmström kann nicht ohne Post
            leben:
Sie ist seiner Tage Kost.

Täglich dreimal ist er ganz
            Spannung.
Täglich ists der gleiche Tanz:

Selten hört er einen Brief
            plumpen
in den Kasten breit und tief.

Düster schilt er auf den Mann,
            welcher,
wie man weiß, nichts dafür kann.

Endlich kommt er drauf zurück,
            auf das:
›Warenhaus für Kleines Glück‹.

Und bestellt dort, frisch vom Rost
            (quasi):
ein Quartal – ›Gemischte Post‹!

Und nun kommt von früh bis spät
            Post von
aller Art und Qualität.

Jedermann teilt sich ihm mit,
            brieflich,
denkt an ihn auf Schritt und Tritt.

Palmström sieht sich in die Welt
            plötzlich
überall hineingestellt…

Und ihm wird schon wirr und weh…
            Doch es
ist ja nur das – ›W.K.G.‹

Christian Morgenstern

Morgensterns Gedichtbändchen „Palmström“ ist 1910 erschienen. An diesem Gedicht sieht man, wie sich die Zeiten ändern (die Post kam dreimal täglich), die Menschen aber immer noch die gleichen Wünsche und Hoffnungen haben: bemerkt zu werden, anderen etwas zu bedeuten, heute allerdings in elektronischer Form, dabei von viel Spam belästigt.

de La Rochefoucauld: Liebe – Nächstenliebe – Eigenliebe

Herr de La Rochefoucauld hat sich kritisch mit der Liebe (vgl. oben: Freundschaft), der Nächstenliebe und der Eigenliebe befasst und sieht in allen unseren Verhältnissen und Verhalten die Eigenliebe als letzte Triebfeder. Ich zitiere zwei seiner Aphorismen:

Die Eigenliebe macht, daß wir uns fast in allen Dingen betriegen; daß wir die nämlichen Fehler, die wir in uns nie verbessern, gern tadeln hören und selbst tadeln; entweder weil wir das Böse, das in uns ist, gar nicht sehen, oder weil wir es nur unter dem Scheine irgend eines Guten gewahrnehmen. (S. 92)

Die Eigenliebe macht, daß wir keinem Menschen einen gesunden Verstand zutrauen, der nicht mit uns gleiches Sinnes ist. (S. 95) Dazu die Anmerkung u): Ich erinnere mich bei der Gelegenheit an die Herzogin von Ferte, die eines Tags in einem Augenblick der kindischen Begeisterung und Selbstvergessenheit, worein die Eigenliebe so oft fällt, zur Mademoiselle de Launai sagte: In Wahrheit, mein Kind! Ich finde keinen Menschen, der allemal, so wie ich, recht hätte.

Des Herzogs de la Rochefoucault moralische Maximen mit Anmerkungen. Aus dem Französischen, bey Georg Mößle. Wien und Leipzig 1784 („Die Anmerkungen sind aus dem grossen Kommentar des Mansson zu Rochefoucaults Maximen genommen.“) https://archive.org/details/11696957bsb/page/n3/mode/2up

de La Rochefoucauld: Über die Freundschaft

Was die Menschen Freundschaft nennen, ist weiter nichts, als eine gesellschaftliche Verbindung, eine wechselweise Rücksicht auf das gegenseitige Interesse und ein Tausch von Dienstgefälligkeiten. Kurz es ist nichts als ein Handel, wobei die Eigenliebe immer etwas zu gewinnen sucht. n) (S. 31 f.)

Wir wähnen oft, Mächtigere, als wir sind, zu lieben, da doch unsre Freundschaft das Interesse allein zum Grund hat. Wir sind Ihnen ergeben um des Guten willen — nicht dessen, das wir ihnen thun, sondern dessen, das wir von ihnen empfangen wollen. (S. 36-38)

Es ist nichts natürlicher aber auch nichts betrüglicher, als der Glaube, daß man geliebt wird. (S. 47)

In der Freundschaft macht uns, wie in der Liebe, das glücklicher, was wir nicht wissen, als was wir wissen. (S. 48)

In der großen Anmerkung n) (S. 32-45) wird u.a. ausgeführt: „Nein! die Freundschaft, wie ich sie mir vorstelle, rein, edel, uneigennützig, ihrer selbst uneingedenk, die großmüthige Leidenschaft, die uns auf unser eigenes Daseyn Verzicht thun hieße, um es ganz auf den andern zu übertragen, ist nicht das Antheil eines beschränkten Wesens, das seiner Bedürfnisse wegen alle Augenblicke zu sich selbst zurückkehren muß, und dem die Natur die unnachlaßbare Verbindlichkeit aufgedrungen hat, sein Ich mehr als alles andere zu lieben. Sie ist nur eine schimärische Gottheit, vertretten von schwachen oder heuchlerischen Herzen. Wahrheiten dieser Art zu sagen ist eine gewisse Stärke des Geistes, und eine Fertigkeit in der Selbstbeobachtung nöthig. Auch muß man sich seiner Ehrlichkeit bewußt seyn, um von der Aufdeckung seines Inneren nichts befürchten zu müßen, und Entschlossenheit genug haben, seinen Mitmenschen nie etwas weißmachen zu wollen.“ (S. 33) Und gegen Ende:

„Die stärksten Freundschaften findet man blos bei jungen Leuten, die noch mehr empfinden als denken, deren noch ungeübte Seele sich mitzutheilen sucht und sich gern außer sich verbreitet; und welche Untreue und Verräthereyen falscher Freunde noch nicht gelehrt haben, mit ihrem Zutrauen weniger verschwenderisch umzugehn. (…) Ich habe nie behaupten wollen, daß es keine wahren und aufrichtigen Zuneigungen gebe: ich wollte nur zeigen, daß es keine reinen und uneigennützigen giebt, wie man uns weißmachen will. Meine Absicht war nicht die Menschen zu bereden einander zu fliehen. Ich wollte sie nur über das, was in ihrem Herzen vorgeht, so viel es bei mir stand, aufklären, das Phantom der himmlischen Freundschaft, das ihnen ihre Eitelkeit in den Kopf gesetzt hat, zerstäuben, und die Bedeutung eines Wortes erklären, das in dem gemeinen Leben so oft vorkömmt, so oft mißverstanden und mißbrauchet wird. Mit einem Wort ich wollte die Freundschaft auf ihren wahren Werth zurückführen und die Gränzen angeben, biswohin man von derselben Gebrauch machen darf.“ (S. 42 f.)

Des Herzogs de la Rochefoucault moralische Maximen mit Anmerkungen. Aus dem Französischen, bey Georg Mößle. Wien und Leipzig 1784 (Die Anmerkungen sind aus dem grossen Kommentar des Mansson zu Rochefoucaults Maximen genommen.)

Kants Kriterium der Moralität einer Handlung

Der erste Satz des ersten Abschnitts in Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitzen“ (1785) lautet: „Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außerhalb derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein g u t e r W i l l e .“ Dieses Kriterium finden wir bereits in den Maximen ( von 1665) des Herrn de La Rochefoucauld (1613-1680), und zwar in den Aphorismen über die Handlungen (Übersetzung von Mößle, 1784, S. 7-14: https://archive.org/details/11696957bsb/page/(6)/mode/2up, klar erläutert in dessen Kommentar c, der aus einem älteren Kommentar des Herrn Mansson stammt; über diesen Kommentator kann ich aber nichts im Netz herausfinden.) Der Kommentator hält seine Einsicht aber nicht durch; wenn es darum geht, den Grad des Verdienstes einer Handlung zu bestimmen, nennt er folgendes Kriterium: „Die Handlungen der Menschen haben einen desto höheren Werth, je gemeinnütziger sie sind.“ (S. 8)

Die letzte dieser Maximen de La Rochefoucaulds lautet: „Wir würden uns oft unserer schönsten Handlungen schämen, wenn die Welt die Beweggründe wüßte, die uns dazu geleitet haben.“