Gibt es Beweise für übersinnliche Kräfte?

Sebastian Leber hat eine Reportage über Tests an der Uni Würzburg geschrieben (Der Tagesspiegel online, 16.08.2017), in denen geprüft wurde, ob sich übersinnliche Kräfte nachweisen lassen:

Die Tests in Würzburg leitet der Wahrnehmungsforscher Rainer Wolf. Er ist 75 und Dozent an der Universität. Er sagt, im Grunde würde er sich freuen, wenn einmal jemand das Preisgeld abräume. Was dann für ein spannendes Forschungsfeld entstehe!“

Es werden verschiedene Experten für Übersinnliches getestet – alle versagten.

Rainer Wolf sagt, die Kandidaten, die zu ihm kämen, seien keine Betrüger, sondern von ihren Fähigkeiten überzeugt. Gefangen in Glaubenssystemen, die sie sich über Jahre aufgebaut hätten und die ihnen viel bedeuteten. Situationen, in denen die vermeintliche Kraft wirkte, werden erinnert. Fehlschläge verdrängt.

Außerdem ist die Superkraft für den, der sie zu besitzen glaubt, kein Hobby, sondern Bestandteil der Identität. Psychologen sagen, häufig gehe der Entdeckung einer vermeintlichen Kraft eine schwere persönliche Krise voraus, eine Krankheit etwa oder der Verlust eines geliebten Menschen. Wer in solchen Momenten eine übersinnliche Fähigkeit bei sich feststelle, schöpfe neue Hoffnung. Weil sie ihn besonders macht, von anderen unterscheidet. Wer dann im Test gezeigt bekommt, dass diese Fähigkeit überhaupt nicht existiert, muss die eigene Durchschnittlichkeit anerkennen. Oder leugnen.“

http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/psi-test-an-der-universitaet-wuerzburg-gibt-es-beweise-fuer-uebersinnliche-kraefte/20175116.html

Der philosophische Glaube nach Karl Jaspers

Im Zusammenhang mit der Lektüre von Bakewells Buch „Das Café der Existenzialisten“ (Beck 2016) habe ich überlegt, noch einmal Jaspers selber zu lesen. Ich habe mit den Radiovorträgen „Der philosophische Glaube“ von 1947, erschienen 1948 (Neuausgabe 1974) begonnen. Die erste Vorlesung ist „Der Begriff des philosophischen Glaubens“ überschrieben – ich zeichne hier den Gedankengang nach, auf dem ich leider selber Jaspers nicht folgen kann:

Jaspers fragt, „woraus und wohin wir leben sollen“ (S. 9), als Frage nach dem Weltkrieg verständlich. Er grenzt sich gegen die christliche Forderung, an Jesus Christus zu glauben, wie gegen einen bloßen Vernunftglauben ab. Er unterscheidet die Wahrheit, die man beweisen kann (Galilei), von der Wahrheit, die man nicht beweisen kann (G. Bruno). Der philosophische Glaube distanziere sich vom Irrationalen und stehe im Bunde mit dem Wissen. „Er will wissen, was wißbar ist, und sich selbst durchschauen.“ (S. 13)

Dann wendet er sich dem Glauben zu und unterscheidet mit der Tradition die fides quae creditur (der Glaubensinhalt) von der fides qua creditur (das eigene Glauben). Es folgt die These: „Der Glaube ist Eins in dem, was wir trennen als Subjekt und Objekt, als Glaube, aus dem, und als Glaube, an den wir glauben.“ (S. 14 – unsauber, man glaubt eigentlich nicht an den Glauben, sondern an etwas) Zur Begründung führt er Kants Lehre von den Dingen als Phänomenen für uns an: „Das Sein ist weder das Objekt, das uns gegenübersteht, mögen wir es wahrnehmen oder denken, noch das Subjekt.“ (S. 14) Vielmehr ist es als das „in der Subjekt-Objekt-Spaltung auf beiden Seiten“ Seiende „das Umgreifende“ (S. 14 f.). So sei auch der Glaube „weder nur Inhalt noch nur ein Akt des Subjekts“, sondern „beides in Einem, das in der Spaltung von Subjekt und Objekt Erscheinende“ (S. 14).

Hier ist kritisch zu fragen, wieso das Sein an die Subjekt-Objekt-Spaltung gebunden wird: Subjekt und Objekt haben als Seiende Teil am Sein, da sie beide sind; aber es gibt kein eine Spaltung Umgreifendes, wie es auch nichts den Glaubensinhalt und den Glaubensvollzug Umgreifendes gibt. Im Gegenteil, Glaubensvollzug ist von allen Glaubensinhalten ablösbar, wie die Existenz von Gläubigen aller möglicher Inhalte (Religionen, Ideologien) und auch Jaspers‘ Konzept beweist: Es gibt bei ihm keine fides quae creditur; der philosophische Glaube ist bloße Gläubigkeit: das, was vom Christentum übrig bleibt, wenn Jesus als Gottessohn und mit ihm das Glaubensbekenntnis nicht mehr gelten. 

Im Fortgang des Vortrags wird der philosophische Glaube bestimmt als „das Seinsinnewerden aus dem Ursprung durch Vermittlung der Geschichte und des Denkens“; das Philosophieren ist nur Vorbereitung dazu oder Erinnerung daran (S. 15). Jaspers unterscheidet das Sein, das uns umfängt, von dem Sein, das wir sind. Das Sein, das uns umfängt, unterscheidet er in Welt und Transzendenz: Die Welt ist kein Gegenstand, sondern eine Idee. „Transzendenz ist das Sein, das niemals Welt wird, aber das durch das Sein in der Welt gleichsam spricht. Transzendenz ist nur dann, wenn die Welt nicht aus sich besteht, (…) sondern über sich hinausweist.“ (S. 17)

Hier verstehe ich nicht, wieso zusätzlich zur Welt noch eine Transzendenz gedacht werden soll: Die Dinge sind und vergehen „in der Welt“ – wozu soll die alles umgreifende Welt noch über sich hinausweisen? Dann müsste man ja wieder fragen, worin die Transzendenz gründe usw. – ein unendlicher Regress stände uns bevor. Außerdem sind wir kein Sein, sondern da(seiend); und umfängt uns wirklich ein Sein – wie macht es das? Wieso hindert es uns dann nicht zu vergehen?

Gehen wir noch den nächsten Schritt mit: Beim Sein, das wir sind, wird unterschieden

  • Dasein
  • Bewußtsein überhaupt
  • Geist
  • mögliche Existenz (S. 17 f.)

Unser transzendenter Ursprung werde deutlich

  • in dem Ungenügen, das der Mensch an sich erfährt,
  • in dem Unbedingten, dem er sich unterwirft oder das er vernimmt,
  • in dem unablässigen Drang zum Einen,
  • in dem Bewusstsein einer unfasslichen Erinnerung, „als ob er eine Mitwisserschaft mit der Schöpfung (Schelling) habe“
  • in dem Bewusstsein der Unsterblichkeit „als zeittilgendes Geborgensein in der Ewigkeit“ (S 18 f.).

Dazu möchte ich Folgendes sagen: Die drei letzten Erfahrungen habe ich nicht gemacht. Der Ruf des Unbedingten kann einen täuschen, wie ich aus Erfahrung zu wissen glaube. Das Ungenügen kann aus dem Spiel der Imagination erklärt werden, welches alles real Erreichbare sozusagen mit einer Gloriole umgibt, wodurch es immer mehr verspricht, als es halten kann.

Als Existenz bin ich, indem ich mich durch Transzendenz mir geschenkt weiß.“ (S. 20) „Glaube ist das Leben aus dem Umgreifenden, ist die Führung und die Erfüllung durch das Umgreifende.“ (S. 20)

Das wird dann noch ein wenig erklärt, aber ehrlich gesagt: Ich verstehe das alles nicht so, dass ich mir dabei etwas denken könnte. Karl Jaspers bietet mir keinen Zugang zu einem philosophischen Denken. – Ich zitiere zum Abschluss noch eine Passage aus einem Artikel „Existenzphilosophie“:

Das zentrale Dilemma jeder Existenzphilosophie, von etwas sprechen zu wollen, was gerade durch Unausdrückbarkeit ausgezeichnet ist – denn alle Sprache ist allgemein und das Existenzielle aber einmalig, kontingent und »jemeinig« –, veranlasst Jaspers, den Begriff der Existenzerhellung einzuführen, um den appellativen Charakter gegen den systematisch-beschreibenden herauszustellen. Was in mythischer Ausdrucksweise Seele und Gott heißt, nennt Jaspers Existenz und Transzendenz. Seine Philosophie betont das Scheitern an den Grenzen, das Gewahrwerden eines Umgreifenden oder Transzendenten, das allerdings, anders als bei den religiösen und dialogischen Existenzialisten, völlig unbestimmt bleibt. Die Erfahrung der Transzendenz erfolgt allein in Grenzsituationen wie Leid, Krankheit, Tod – alles Themen, in denen die Herkunft Jaspers’ aus der Psychopathologie deutlich wird. Die das Umgreifende erfahrenden Vernunftprozesse finden ihren Ausdruck in einem ›philosophischen Glauben‹, den Jaspers dem religiösen Glauben entgegenstellt. Der philosophische Glaube kennt weder Kultus und Mythos noch eine Gemeinde oder ein vom Profanen abgetrenntes Heiliges, sondern beschränkt sich auf den Glauben an die Transzendenz. Es handelt sich dabei um eine letzte Gewissheit, die keines Beweises bedarf – denn »ein bewiesener Gott ist kein Gott« –, ferner um die unsere Handlungen leitende unbedingte Forderung sowie um den Ursprung unserer Existenz. Der philosophische Glaube bleibt stets im Unbestimmten und muss auf alle Absicherungen verzichten. Später betont Jaspers die kommunikativen Elemente seines Ansatzes und entfernt sich damit von seiner ursprünglichen Lehre des permanenten Scheiterns philosophischer Bemühungen. (Absatz zu Karl Jaspers im Artikel „Existenzphilosophie“ im Online-Wörterbuch Philosophie – http://www.philosophie-woerterbuch.de/)

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/binary/LKDFBLM4UFTJRDT3LJT2GHJJ4W2HKGTD/full/1.pdf (Dissertation: Wissen und Glauben bei Kant und Jaspers)

http://www.sagw.ch/dms/philosophie/publikationen/pdf/pdf/Studia_Philosophica_67_2008 (dort S. 121 ff.)

http://haus-des-verstehens.ch/component/content/article/3-ergaenzungstexte-1/152-das-menschenbild-der-jaspersschen-existenzphilosophie.html (Menschenbild Jaspers‘)

http://hrcak.srce.hr/file/48806 (Jaspers: Philosophie – Religion – Wissenschaft)

http://www.diana-wagner.com/KuWi/Dokumente/Jaspers_Philosophie.pdf (Jaspers: Einführung in die Philosophie, dort S. 24 ff. ‚Das Umgreifende‘)

http://www.theeuropean.de/robert-spaemann/10724-glaube-auch-in-der-moderne-wichtig (Gespräch mit R. Spaemann)

http://religionsphilosophischer-salon.de/24_der-philosophische-glaube-bei-karl-jaspers_religion-und-philosophie

https://sezession.de/6738/der-glaube-der-philosophie.html (E. Lehnert)

http://www.gss.ucsb.edu/projects/hesse/papers/minkus.pdf (Jaspers-Hesse)

http://www.jaspers-stiftung.ch/karl-jaspers/werk/religionsphilosophie/ (Jaspers‘ Religionsphilosophie)

Bakewell: Das Café der Existenzialisten (2016) – gelesen

Sarah Bakewells Buch „Das Café der Existenzialisten. Freiheit, Sein und Aprikosencocktails“ (Beck 2016) ist viel gelobt worden, zum Beispiel von

http://www.zeit.de/2017/01/das-cafe-der-existenzialisten-sarah-bakewell (Iris Radisch),

http://www1.wdr.de/kultur/buecher/sein-und-aprikosencocktails-104.html(Brigitta Lindemann),

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article157237812/Warum-die-besten-Gedanken-im-Cafe-entstehen.html (Hannah Lühmann),

http://www.glanzundelend.de/Red15/b15/sarah-bakewell-das-cafe-der-existentialisten.htm (Klaus Bittermann) und anderen. Ich habe es gelesen:

1. Kap.: beginnt mit Sartres Begeisterung für die Phänomenologie und seiner Frage: Was bedeutet es, frei zu sein? Als Vorläufer werden Kierkegaard (Primat der Existenz und der eigenen Entscheidung) und Nietzsche (Genealogie der Moral befreit uns von Illusionen und verhilft zu einem vollen Leben) genannt.

Zentrales Buch des Existenzialismus war S. de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ (1949). Sartre lebte auch in und mit den Aufständischen von 1968.

Sarah B. erzählt ihre eigene existenzialistische Lebensgeschichte und sieht die Grundideen der Bewegung gerade für heute relevant. Sie definiert, was Existenzialisten tun:

  • Sie beschäftigen sich mit der individuellen, konkreten menschlichen Existenz.
  • Sie gehen davon aus, das der Mensch frei und damit verantwortlich ist für alles, was er tut, was ihn in Angst versetzt.
  • Frei ist er aber nur in Situationen – also in einer Welt, in die er geworfen ist. In seinen Projekten will er über diese Beschränkungen hinaus.
  • Die menschliche Existenz ist also ambivalent (begrenzt – Grenzen überschreitend).
  • Als Phänomenologe beschreibt der Existenzialist seine gelebten Erfahrungen, statt Regeln zu formulieren.
  • Er hofft, dadurch die Existenz zu verstehen, und fordert uns auf, authentisch zu leben.

In den Definitionen Bakewells wird Sartres Radikalität in der Frage der Freiheit auf ein menschliches Maß reduziert. Freiheit heißt ja auch, dass wir uns in unseren Entscheidungen binden, also „Freiheit“ begrenzen – wenn auch nicht absolut, sondern wieder revidierbar. Verantwortung ist auch vor Verantwortung vor denen, die von unseren Entscheidungen betroffen sind. – Die Nähe der Philosophie zu den Erfahrungen des eigenen Lebens ist eine sympathische Einsicht.

2. Kap.: Husserl wird vorgestellt, der Begründer der Phänomenologie („das vor Augen Stehende sehen, unterscheiden, beschreiben zu lernen“): Phänomene sind Objekte oder Ereignisse, wie sie sich unserer Erfahrung präsentieren – dessen werden wir nur in der epoché gewahr. So gewinnen wir die Welt, in der wir leben, und werden frei von ideologischen Scheuklappen.

Brentanos Erkenntnis der intentionalen Struktur unseres Bewusstseins befreite Husserl von den Fragen nach der „Wirklichkeit“ von Objekten und Bewusstein. Sartre lernte von Husserl v.a. die Bedeutung der Intentionalität.

Im philosophischen Wörterbuch stellt sich die Phänomenologie so dar: http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bentry%5D=672&tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&tx_gbwbphilosophie_main%5Bcontroller%5D=Lexicon&cHash=61759a44820c074c6bb3e6eef3336af2

3. Kap.: Heideggers Leben wird erzählt, die Faszination des philosophischen Lehrers bezeugt. „Sein und Zeit“ (1927) stellte kritisch die Frage nach dem Sein neu; den Unterschied Seiendes – Sein nennt Heidegger ontologische Differenz.

Erläuterungen zum Sinn von Heideggers eigenwilliger Sprache, in der er sich dem alltäglichen Leben zuwandte: Dasein; In-der-Welt-Sein; Besorgen; das Zeug, Zuhandenheit; Mitsein, Mitwelt.

Die Entfremdung von Husserl wird beschrieben, die schließlich zur Gegnerschaft wird, obwohl Husserl Heidegger immer gefördert hatte.

Anlass zur philosophischen Klärung sind Störungen des Gewohnten, vgl. auch den Chandosbrief Hofmannsthals.

Gegenüber den (interessanten) menschlichen Differenzen der Philosophen kommen die Unterschiede des Denkens etwas zu kurz.

4. Kap.: Hier wird vom politischen Umbruch 1933 berichtet und der Art, wie die Intellektuellen ihn nicht beachteten. Heideggers Analyse des Man und des Gewissensrufs hinderten ihn nicht, Nazi zu werden. Er wird Rektor der Uni Freiburg, schränkt Husserls Arbeitsmöglichkeiten ein.

Jaspers‘ Freundschaft mit Heidegger seit 1920, sein Interesse an der Bedeutung von Krisensituationen; Entfremdung von Heidegger 1933, ohne dass er seine Kritik deutlich formuliert hätte.

In der Zeitlichkeit (Sein zum Tode) und Geschichtlichkeit (jetzt leben) wird nach Heidegger der Mensch vom Man befreit und kann authentisch er selbst sein – politische Implikationen dieser Gedanken, die ambivalent bleiben (pro oder contra Nazis?).

Heidegger legte 1934 das Rektorat nieder, blieb aber Nazi (entgegen seiner eigenen späteren Darstellung). Es erfolgt die „Kehre“ zu einem bäuerlich-mystischen Denken. Husserl stirbt 1938.

Hier ist am wichtigsten nicht Heideggers Charakterlosigkeit, sondern die Undeutlichkeit seiner Gedanken, die sowohl Gefolgschaft wie Widerstand gegen die Nazis zuließen. Können existenzialistische Gedanken überhaupt zu eindeutigen Entscheidungen nötigen – liegt nicht die Pointe einfach im entschiedenen Leben? (Alter Witz über Heidegger‘sches Denken: „Ich bin entschlossen – ich weiß nur noch nicht wozu.“)

5. Kap.: Wie Sartre seine Husserlstudien und seine Drogenexperimente literarisch verarbeitete (u.a. in „Der Ekel“). Ihn bedrückte die Kontingenz aller Dinge, wofür bei ihm das Klebrige und Schleimige steht.

Simone de Beauvoir, ihr Schreiben, ihre Freundschaft mit Merlau-Ponty, ihre Beziehung zu Sartre, ihr Pakt, wie sie die Welt erlebten. Sie blieben 50 Jahre zusammen, wenn auch 40 Jahre ohne Sex, frei in einer offenen Beziehung.

Dieses Kapitel ist philosophisch irrelevant; es wird berichtet, wie zwei Protagonisten des Existenzialismus ihr Leben führten.

6. Kap.: Krisen der 30er Jahre von Russland über Deutschland bis Spanien; Sartre liest „Sein und Zeit“; wie das Husserlarchiv gerettet wurde.

Husserls Spätwerk, seine Wendung zur Welt als Mitwelt; Merlau-Ponty entdeckt Husserl 1938; der Weltkrieg beginnt.

Dieses Kapitel hat nur anekdotische Bedeutung.

7. Kap.: Geschichten vom Leben im Krieg; Sarte wird eingezogen, gerät in Gefangenschaft, kann fliehen, gehört vorübergehend zu einer harmlosen Widerstandsgruppe.

Albert Camus, sein Leben, seine ersten Werke (Der Fremde; Der Mythos des Sisyphos) – Sartres Kritik an der These von der Absurdität des Seins.

Sartre: Das Sein und das Nichts (1943) – ein Buch über die Freiheit. „Für sich“ ist der Mensch, der dadurch frei sein kann, „An sich“ ist alles andere. Ich bin nichts (Substanzielles), deshalb frei. Um einfacher zu leben, machen wir uns etwas vor (mauvaise foi); aufrichtig sein heißt, keine Entschuldigungen gelten zu lassen. Erst in und aufgrund der Faktizität können wir frei sein.

Sartre: „Die Fliegen“ (1943): Orest lehnt es ab, nach seinen Morden von den Fliegen = Erinnyen befreit zu werden.

Beauvoir: Pyrrhus und Cineas; Camus: „Die Pest“ (1947)

Differenzen zwischen Sartre und Camus in der Frage der Todesstrafe und möglicher Folter – Camus war radikal dagegen.

Les Temps modernes“ ab 1945, mit Merlau-Ponty, Sartre u.a., die beiden tendieren zum Marxismus.

Hype des Existenzialismus: Aufbruch in eine neue Zeit, modisch sind Jazz und Holzfällerhemden; Reisen in die USA, Skepsis dort gegenüber Existenzialismus.

Wenig Philosophie, praktisch nichts Neues gegenüber Bisherigem!

8. Kap.: Heidegger bei Kriegsende: Lehrverbot bis 1950. In der „Kehre“ wendet er sich der Aufmerksamkeit, der Poesie und der Sprache (Hölderlin) zu und von der „Technik“ ab: Gegenstände seien zum bloßen Ge-stell geworden („Die Frage nach der Technik“, 1953), Gelassenheit sei das Gebotene; wir helfen den Dingen, sich zu ent-bergen. – Er hat sie nie offiziell vom NS distanziert.

Jaspers nimmt wieder Kontakt zu Heidegger auf, aber sie erreichen einander nicht; Heidegger verweigert sich dem Gespräch.

Lévinas wendet sich von Heidegger ab und sieht in der Beziehung des Ich zum anderen den Grund der Existenz (Nähe zu M. Buber).

Simone Weil wird kurz als radikale Denkerin vorgestellt.

1948 wird „Die Fliegen“ in Berlin aufgeführt – was ergibt sich aus dem Stück für die Deutschen und ihren Umgang mit der Schuld?

1953 treffen sich Sartre und Heidegger, sie reden aneinander vorbei.

Es fällt auf, wie wenig die Denker miteinander bzw. mit Heidegger sprechen können (auch L. Marcuse). Philosophisch ist der Hinweis auf die Kehre Heideggers und die Philosophie Lévinas‘ interessant, aber das Meiste ist Geschichte(n) der Nachkriegszeit. Bei Wikipedia erfährt man wesentlich mehr über Simone Weil als in diesem Buch (https://de.wikipedia.org/wiki/Simone_Weil).

9. Kap.: „Das andere Geschlecht“ (1949) Beauvoirs entlarvt die Mythen der Weiblichkeit: Man wird erst zur Frau, ist es nicht an sich. Man wird als Frau zur Mittelmäßigkeit verdammt, ist eher Knecht als Herr (Hegel). Die Frau definiert sich vom Blick des Mannes her, es ist schwierig, sich davon zu befreien – ein grundlegendes Buch der Moderne (angewandter Existenzialismus).

Auch Sartre hatte im Anblicken und Angeblicktwerden wesentliche Aspekte des Lebens gesehen. Er schreibt im gleichen Sinn eine Biografie Jean Genets, der als Kind beim Diebstahl ertappt wurde und sich dadurch entschloss, als Asozialer zu leben. – „Die Wörter“ als seine Autobiografie.

Der Idiot der Familie“ über Flaubert.

Beauvoir dachte differenzierter als Sartre, sie sah die menschliche Ambivalenz: mit den Vorgaben und der Unsicherheit der Existenz umgehen und doch um seine Freiheit kämpfen – das ist wahrer Existenzialismus („Für eine Moral der Doppelsinnigkeit“, 1947). Sie hat diesen Essay später mit marxistischen Augen kritisiert.

Hier tauchen wieder wichtige Gedanken auf: die Bedeutung des Blicks der anderen und die Ambivalenz unserer Existenz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_andere_Geschlecht

http://www.taz.de/!5051795/

http://www.grundrisse.net/grundrisse49/Simone_de_Beauvoir.htm

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/simone-de-beauvoir

10. Kap.: Merlau-Ponty: Phänomenologie der Wahrnehmung (1945): Von Anfang an habe ich eine Weise zu existieren empfangen; alles Denken ist Auslegung meines Anhalts an der Welt, und doch bin ich frei – mittels dieser Bindung.

Wir nehmen mit dem ganzen Körper wahr, das Wahrnehmen haben wir in der Kindheit gelernt; gleichzeitig nehmen wir uns selbst wahr, aber nicht als Ding. Wir tauchen in die Welt ein. Das Bewusstsein ist eine Falte in der Welt.

Das Sichtbare und das Unsichtbare“, ein weiteres Buch M.-P.s

Merlau-Ponty war ein ausgeglichener Mensch. Neben dem Chiasmus von Bewusstsein und Welt gibt es den Fragen und Wissen: Das Fragen führt uns immer wieder zur Unwissenheit zurück.

Hinweis auf ein wichtiges Buch: Phänomenologie der Wahrnehmung

http://userpage.fu-berlin.de/frers/merleau-ponty/phaenomenologie-vorwort.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Merleau-Ponty

Es gibt keinen eigenen Wikipedia-Artikel über das Buch.

11. Kap.: Die Nachkriegssituation in Europa; Neigung vieler Intellektueller zum Kommunismus, obwohl die Schauprozesse bereits bekannt waren – so auch Sartre und Merleau-Ponty.

Ende der Freundschaft mit Koestler, der sich vom Kommunismus abgewandt hatte; Zerwürfnis Sartres mit R. Aron.

Camus: Der Mensch in der Revolte (1951), wendet sich gegen die kommunistische Utopie, Revolte gibt es immer nur neu als Begrenzung der Tyrannei. Bruch mit Sartre; „Der Fall“ (1956)

1952 bekennt Sartre sich radikal zum Kommunismus; Bruch mit Merlau-Ponty v.a. aus politischen Gründen. „Die Abenteuer der Dialektik“ (1955) sind M.-P.s Kritik am Kommunismus.

Sartre schreibt unaufhörlich, ohne jede Korrektur, unter dem Einfluss von Tabletten und Alkohol: „Kritik der dialektischen Vernunft“, wovon der 2. Band nicht vollendet wird.

Philosophisch ist Camus‘ „Der Mensch in der Revolte“ bedeutend. Es fällt auf, dass die Philosophen ihre politischen Differenzen nicht argumentativ austragen können, sondern mit dem Bruch der Freundschaft besiegeln.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mensch_in_der_Revolte

http://www.sopos.org/aufsaetze/3fd7dbe7a7db0/1.phtml

https://www.swr.de/swr2/wissen/camus-und-die-revolte/-/id=661224/did=12339870/nid=661224/1bqeavx/index.html

http://diepaideia.blogspot.de/2014/02/albert-camus-und-der-mensch-in-der.html

Mir ist ferner aufgefallen, dass Heideggers und Sartres Hauptwerke (Sein und Zeit; Das Sein und das Nichts) nur als 1. Band erschienen sind, ohne dass der angekündigte 2. Band gefolgt wäre: philosophische Entwürfe, die man anscheinend nicht wirklich ausarbeiten kann oder von denen man sich bereits wieder abgewandt hat?

12. Kap.: Sartre: die Situation mit den Augen der Benachteiligten sehen, das ergibt die Wahrheit – ein utopisches Ideal, das Sartre selbst nicht immer beherzigt hat.

Frantz Fanon: Die Verdammten dieser Erde (1961, mit Vorwort Sartres), predigt den gewaltsamen Aufstand gegen die Unterdrücker;

Beauvoirs Autobiografie: „Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“ (1958) – „Alles in allem“ (1972); sie hat viele Frauen zu einem Aufbruch ermutigt.

Allerlei Bemerkungen über existenzialistische Einflüsse, v.a. wegen des Bemühens um ein authentisches Leben; Colin Wilson war vorübergehend ein Star.

Jan Patocka, ein Phänomenologe, wirkte bei der Charta 77 mit; Phänomenologie ist wesentlich ideologiekritisch. V. Havels „Versuch, in der Wahrheit zu leben“ ist Patocka gewidmet.

Hier steht philosophisch nichts Wesentliches; für mich neu ist insgesamt die Geburt des Existenzialismus aus der Phänomenologie.

https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Pato%C4%8Dka

13. Kap.: Sartres Probleme mit der Sterblichkeit. Die Existenzialisten sterben, einer nach dem anderen.

14. Kap.: Einige existenzialistische Themen bleiben jedoch, v.a. Authentizität und Freiheit. – Warum wir die Existenzialisten wieder lesen sollten. – Als letzte werden Heidegger, v.a. Sartre, Merleau-Ponty und de Beauvoir noch einmal gewürdigt und mit philosophischen Überlegungen verknüpft.

Fasst man alles zusammen, hat man auf rund 360 Seiten einiges über die Existenzialisten als Menschen und wenig über ihre Philosophie erfahren. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, dass Bakewells Buch ein Bestseller ist. Mindestens genauso viel Philosophie steckt in den Wikipedia-Artikeln, die man statt des Buches lesen könnte:

  • Phänomenologie
  • Existenzialismus
  • Edmund Husserl
  • Martin Heidegger
  • Karl Jaspers
  • Jean-Paul Sartre
  • Simone de Beauvoir
  • Albert Camus
  • Maurice Merleau-Ponty, wobei dieser am wenigsten in seiner Bedeutung gewürdigt wird.

Alle anderen sind zum Teil interessante oder wichtige Menschen, die jedoch für das Verständnis des Existenzialismus ohne Bedeutung sind.

F. Afshar: Der Kampf mit dem Drachen – beobachtet

Afshars Buch „Der Kampf mit dem Drachen“ (1990, zusammen mit Eva Gerber und Peter Schädelin), sein einziges Buch, beginnt mit zwei elementaren Definitionen:

1. Primärantinomie: „Die Subjekt/Objekt-Beziehung ist die Primärantinomie, der grundlegende Gegensatz, in der sozialen Realität. Sie ist lediglich die erkenntnistheoretische Formulierung für die Tatsache, dass alle Beziehungen Machtbeziehungen sind.“ (S. 13)

Wenn alle Beziehungen „Machtbeziehungen“ sein sollen, verliert der Begriff seinen Sinn. Machtbeziehungen müssen von anderen Beziehungen abgrenzbar sein, sonst kann man sie nicht denken. Den Begriff Primärantinomie gibt es sonst nicht, die Suche führt einen zur Seite http://mj-arte.ch/mj-texte/A/afshar.htm, wo es eine große Übersicht über das Buch gibt.

2. Primärwiderspruch: „Der Tod bildet die erste und grundlegende Prämisse der Sozio-logie. Er ist der Primärwiderspruch des Lebens […]: das Individuum stirbt, während das Kollektiv fortbesteht. Durch Institutionen garantiert das Kollektiv Kontinuität über den individuellen Tod hinaus. Der individuell erfahrbare Tod wird kollektiv aufgefangen.“ (S. 12)

Abgesehen davon, dass „der Tod“ nicht Prämisse sein kann (Prämisse kann höchstens ein Satz sein: Alle Lebewesen sterben), erkenne ich hier auch keinen Widerspruch; es ergibt sich höchstens die Folgerung, dass ein Kollektiv kein Lebewesen ist. Den Begriff „Primärwiderspruch“ gibt es sonst nur in der Theorie Mao Zedongs, siehe Artikel „Widerspruchstheorie“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Widerspruchstheorie) in der Wikipedia, allerdings in anderer Bedeutung.

Afshar geht also von Begriffen bzw. Konzepten aus, die er nicht mit seinen Kollegen teilt. Dementsprechend ist das Buch von den Kollegen auch praktisch nicht zur Kenntnis genommen worden, wiewohl der Titel vom Kampf mit dem Drachen (= gesellschaftliche Zwänge) nicht schlecht klingt

Das von ihm propagierte Hauptanliegen der Soziologie, „ein Leben in einer sinnvollen gesellschaftlichen Ordnung [zu] ermöglichen“ (S. 5), hört sich gut an, ist aber äußerst problematisch: Woher weiß denn die Soziologie (oder der einzelne Soziologe), wie eine sinnvolle gesellschaftliche Ordnung aussieht? Und was man tun muss, um sie auch zu verwirklichen? Hier wird unter dem Deckmantel der Wissenschaft ein nicht legitimiertes politisches Mandat vom großen Sozio-logie-Wissenden beansprucht.

Sein Postulat bezüglich der Soziologie, sie müsse Modelle mit Handlungsrelevanz bilden, führt zur These: „Modelle, deren Komplexität nicht auf ein operationales Maß reduzierbar sind, sind für Interventionen ungeeignet.“ (S. 23) Maßstab des Intervenierens sind die nach Fromm gebildeten Begriffe Biophilie – Nekrophilie: Biophilie „misst den Grad, in dem die Entfaltung des Lebens ermöglicht wird“ (S. 405), Nekrophilie „misst den Grad, in dem die Entfaltung des Lebens beeinträchtigt wird“ (S. 412). Diese Unterscheidung, die sich so schön anhört, zerbricht schon bei der ersten Prüfung, weil es „das Leben“ nicht gibt; es gibt nur dein und mein Leben und das jedes einzelnen Lebewesens. Fragen wir also ganz simpel: Schweinefleisch essen, ermöglicht das die Entfaltung des Lebens? Es ermöglicht mir die Entfaltung, aber nicht dem Schwein. Häftlinge foltern, ermöglicht das die Entfaltung des Lebens? Es ermöglicht den Herrschenden und ihren Agenten ihre Entfaltung, den Häftlingen aber nicht [es sei denn, man begänne, nun auch Entfaltung zu definieren… – aber in wessen Interesse?]. Das schöne von Erich Fromm entlehnte Kriterium des Guten erweist sich als bloßes Geschwätz, als eine leere Worthülse.

Es lohnt nicht, sich theoretisch weiter mit Afshars Buch auseinanderzusetzen. Interessant wird es jedoch, wenn man Afshars Konzept nach seinen praktischen Auswirkungen befragt. Dazu muss man „Farhad Afshar“ in der Suchmaschine eingeben; dann findet man in der Wikipedia unter seinem Namen (aufgerufen am 15.07.2017): Laut der NZZ am Sonntag vertritt Afshar «einen konservativen Islam», bleibt dabei aber oft unkonkret in den Forderungen.Er vertritt dabei die Position, dass für Christen, Hindus, Muslime, Juden etc. verschiedene Teilrechtssysteme gemäß den Religionsschriften gelten sollen. Für Muslime befürwortet er daher auch die Übernahme des Scharia-Rechts – «mit gewissen Anpassungen an die Schweiz».“ Die NZZ kommentiert sein Auftreten kritisch (https://www.nzz.ch/schweiz/muslime-farhad-afshar-ld.137856), andere sehen ihn noch kritischer (http://www.frei-denken.ch/de/2012/05/farhad-afshar-konstruiert-ein-feinbild-sakularitat/ oder http://archiv.onlinereports.ch/2005/AfsharFarhadPortraet.htm).

So, und nun kommt es darauf an, sein leichtfertiges Schreiben und sein religionspolitisches Agieren im Zusammenhang zu sehen: Da gibt es keinen Grundwiderspruch.

Heine: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (1834) – gelesen

Heine beginnt das erste Buch („Deutschland bis Luther“) damit, dass er seine Absichten umschreibt: kein gelehrtes Werk schreiben, sondern ein populäres, zum besseren Verständnis Deutschlands: „Ich werde daher nur von den großen Fragen handeln, die in der deutschen Gottesgelahrtheit und Weltweisheit zur Sprache gekommen, ich werde nur ihre soziale Wichtigkeit beleuchten […].“ Der Plan ist folgender: „Die Religion, deren wir uns in Deutschland erfreuen, ist das Christentum. Ich werde also zu erzählen haben: was das Christentum ist, wie es römischer Katholizismus geworden, wie aus diesem der Protestantismus und aus dem Protestantismus die deutsche Philosophie hervorging.“

Die Idee des Christentums sieht Heine in der Gnosis formuliert: „Diese gnostische Weltansicht ist urindisch, und sie führte mit sich die Lehre von der Inkarnation Gottes, von der Abtötung des Fleisches, vom geistigen Insichselbstversenken, sie gebar das asketisch beschauliche Mönchsleben, welches die reinste Blüte der christlichen Idee. Diese Idee hat sich in der Dogmatik nur sehr verworren und im Kultus nur sehr trübe aussprechen können. Doch sehen wir überall die Lehre von den beiden Prinzipien hervortreten; dem guten Christus steht der böse Satan entgegen; die Welt des Geistes wird durch Christus, die Welt der Materie durch Satan repräsentiert; jenem gehört unsere Seele, diesem unser Leib; und die ganze Erscheinungswelt, die Natur, ist demnach ursprünglich böse, und Satan, der Fürst der Finsternis, will uns damit ins Verderben locken, und es gilt allen sinnlichen Freuden des Lebens zu entsagen, unseren Leib, das Lehn Satans, zu peinigen, damit die Seele sich desto herrlicher emporschwinge in den lichten Himmel, in das strahlende Reich Christi.“ Dazu stelle sich heute die Frage, „ob wir dessen noch bedürfen“ – und die Antwort ist: nein.

Das Christentum habe die vorgefundenen alten Nationalgötter in Dämonen und Teufel umgedeutet. „Der Nationalglaube in Europa, im Norden noch viel mehr als im Süden, war pantheistisch, seine Mysterien und Symbole bezogen sich auf einen Naturdienst, in jedem Elemente verehrte man wunderbare Wesen, in jedem Baume atmete eine Gottheit, die ganze Erscheinungswelt war durchgöttert; das Christentum verkehrte diese Ansicht, und an die Stelle einer durchgötterten Natur trat eine durchteufelte.“ [Vorgriff: Mit dem germanischen Pantheismus trat der jüdische Deismus in Konflikt, um ihm schließlich in der modernen deutschen Philosophie zu unterliegen.] Die deutschen Dämonen waren Poltergeister.

Luther wird als großer Mann gepriesen – jedoch mit Einschränkungen: „Luther hatte nicht begriffen, daß die Idee des Christentums, die Vernichtung der Sinnlichkeit, gar zu sehr in Widerspruch war mit der menschlichen Natur, als daß sie jemals im Leben ganz ausführbar gewesen sei; er hatte nicht begriffen, daß der Katholizismus gleichsam ein Konkordat war zwischen Gott und dem Teufel, d. h. zwischen dem Geist und der Materie, wodurch die Alleinherrschaft des Geistes in der Theorie ausgesprochen wird, aber die Materie in den Stand gesetzt wird alle ihre annullierten Rechte in der Praxis auszuüben. Daher ein kluges System von Zugeständnissen, welche die Kirche zum Besten der Sinnlichkeit gemacht hat, obgleich immer unter Formen, welche jeden Akt der Sinnlichkeit fletrieren [brandmarken] und dem Geiste seine höhnischen Usurpationen verwahren. Du darfst den zärtlichen Neigungen des Herzens Gehör geben und ein schönes Mädchen umarmen, aber du mußt eingestehn, daß es eine schändliche Sünde war, und für diese Sünde mußt du Abbuße tun.“ In Luther habe also der alte Spiritualismus den Katholizismus angegriffen. Das Ergebnis waren u.a. rechtschaffene evangelische Christenmenschen.

Ruhm dem Luther! Ewiger Ruhm dem teuern Manne, dem wir die Rettung unserer edelsten Güter verdanken, und von dessen Wohltaten wir noch heute leben! Es ziemt uns wenig, über die Beschränktheit seiner Ansichten zu klagen. Der Zwerg, der auf den Schultern des Riesen steht, kann freilich weiter schauen als dieser selbst, besonders wenn er eine Brille aufgesetzt; aber zu der erhöhten Anschauung fehlt das hohe Gefühl, das Riesenherz, das wir uns nicht aneignen können.“

Indem Luther den Satz aussprach, daß man seine Lehre nur durch die Bibel selber, oder durch vernünftige Gründe, widerlegen müsse, war der menschlichen Vernunft das Recht eingeräumt die Bibel zu erklären und sie, die Vernunft, war als oberste Richterin in allen religiösen Streitfragen anerkannt. Dadurch entstand in Deutschland die sogenannte Geistesfreiheit, oder, wie man sie ebenfalls nennt, die Denkfreiheit. Das Denken ward ein Recht und die Befugnisse der Vernunft wurden legitim.“ Daraus entstand die deutsche Philosophie.

Aber dieser Martin Luther gab uns nicht bloß die Freiheit der Bewegung, sondern auch das Mittel der Bewegung; dem Geist gab er nämlich einen Leib. Er gab dem Gedanken auch das Wort. Er schuf die deutsche Sprache.“ Er übersetzte die Bibel ins Deutsche.

Die Literatur vor Luther

  • war germanisch-katholisch nach dem Stoff,

  • war romantisch nach dem Geist der Behandlung [Die Behandlung ist  klassisch, wenn die Form des Dargestellten ganz identisch ist mit der Idee des Darzustellenden, wie dieses der Fall ist bei den Kunstwerken der Griechen, wo daher in dieser Identität auch die größte Harmonie zwischen Form und Idee zu finden. Die Behandlung ist romantisch, wenn die Form nicht durch Identität die Idee offenbart, sondern parabolisch diese Idee erraten läßt.],

  • war von sicherem Glauben erfüllt.

In der Literatur hingegen, die mit Luther emporblüht, finden wir ganz das Gegenteil:
1. Ihr Material, der Stoff, der behandelt werden soll, ist der Kampf der Reformationsinteressen und Ansichten mit der alten Ordnung der Dinge. […] 
2. Der Geist der Behandlung ist nicht mehr romantisch, sondern klassisch. […] 3. Der allgemeine Charakter der modernen Literatur besteht darin, daß jetzt die Individualität und die Skepsis vorherrschen.“

Im zweiten Buch („Von Luther bis Kant“) wird die Geschichte der Philosophie erzählt. Urvater der modernen Philosophie sei Descartes. In ihm habe der Rationalismus über den Sensualismus gesiegt, bzw. der Idealismus über den Materialismus; „ich bezeichne mit dem ersteren die Lehre von den angeborenen Ideen, von den Ideen a priori, und mit dem anderen Namen bezeichne ich die Lehre von der Geisteserkenntnis durch die Erfahrung, durch die Sinne, die Lehre von den Ideen a posteriori.Leibniz habe die idealistische Seite von Descartes‘ Denken aufgegriffen.

Ein anderer „Schüler“ Descartes‘ sei Spinoza, er habe den in der Gegenwart siegreichen Pantheismus wie kein zweiter gedacht. „Benedikt Spinoza lehrt: Es gibt nur eine Substanz, das ist Gott. Diese eine Substanz ist unendlich, sie ist absolut. Alle endliche Substanzen derivieren von ihr, sind in ihr enthalten, tauchen in ihr auf, tauchen in ihr unter, sie haben nur relative, vorübergehende, akzidentielle Existenz. Die absolute Substanz offenbart sich uns sowohl unter der Form des unendlichen Denkens als auch unter der Form der unendlichen Ausdehnung. Beides, das unendliche Denken und die unendliche Ausdehnung, sind die zwei Attribute der absoluten Substanz. Wir erkennen nur diese zwei Attribute; Gott, die absolute Substanz, hat aber vielleicht noch mehr Attribute, die wir nicht kennen.

In der Art eines Bekenntnisses schreibt Heine: „Gott ist identisch mit der Welt. Er manifestiert sich in den Pflanzen, die ohne Bewußtsein ein kosmisch-magnetisches Leben führen. Er manifestiert sich in den Tieren, die in ihrem sinnlichen Traumleben eine mehr oder minder dumpfe Existenz empfinden. Aber am herrlichsten manifestiert er sich in dem Menschen, der zugleich fühlt und denkt, der sich selbst individuell zu unterscheiden weiß von der objektiven Natur und schon in seiner Vernunft die Ideen trägt, die sich ihm in der Erscheinungswelt kundgeben. Im Menschen kommt die Gottheit zum Selbstbewußtsein, und solches Selbstbewußtsein offenbart sie wieder durch den Menschen. […] Wir kämpfen nicht für die Menschenrechte des Volks, sondern für die Gottesrechte des Menschen. Hierin, und in noch manchen andern Dingen, unterscheiden wir uns von den Männern der Revolution. Wir wollen keine Sansculotten sein, keine frugale Bürger, keine wohlfeile Präsidenten: wir stiften eine Demokratie gleichherrlicher, gleichheiliger, gleichbeseligter Götter.“

Schließlich werden noch Wolff als der Popularisierer Leibniz‘ vorgestellt sowie die Streitigkeiten innerhalb der protestantischen Theologie skizziert.

Der jüdische Theologe Mendelssohn und erst recht der große, aufrichtige Lessing werden gewürdigt, so dass Heine dann auf Kant zu sprechen kommt: Die „Kritik der reinen Vernunft“ habe die gleiche Bedeutung wie die Französische Revolution, sie habe den Gott des Deismus endgültig beseitigt.

Im dritten Buch bespricht Heine die Philosophie „Von Kant bis Hegel“. Kant „unterwarf unser Erkenntnisvermögen einer schonungslosen Untersuchung, er sondierte die ganze Tiefe dieses Vermögens und konstatierte alle seine Grenzen. Da fand er nun freilich, daß wir gar nichts wissen können von sehr vielen Dingen, mit denen wir früher in vertrautester Bekanntschaft zu stehen vermeinten. Das war sehr verdrießlich. Aber es war doch immer nützlich, zu wissen, von welchen Dingen wir nichts wissen können.“ Seine Hauptleistung sei die Unterscheidung der Phänomena von den Noumena. „Nur von den Dingen als Phänomena können wir etwas wissen, nichts aber können wir von den Dingen wissen als Noumena. Letztere sind nur problematisch, wir können weder sagen: sie existieren, noch: sie existieren nicht. Ja, das Wort Noumen ist nur dem Wort Phänomen nebengesetzt, um von Dingen, insoweit sie uns erkennbar, sprechen zu können, ohne in unserem Urteil die Dinge, die uns nicht erkennbar, zu berühren.“ Kant lehre also nicht die Existenz von irgendwelchen Noumena, er habe nur einen Grenzbegriff geben wollen. Und Gott ist nach Kant ein Noumen. Kant hat alle Gottesbeweise verworfen; Heine will jedoch am ontologischen Beweis festhalten. Sozusagen aus Mitleid habe Kant gesagt, dass die praktische Vernunft die Existenz Gottes verbürge.

Der Schüler Kants sei Fichte, der nichts anderes als Kant gelehrt habe, aber immer unklarer in seinem Sprechen geworden sei; gewürdigt wird dagegen Fichtes Freiheitsliebe. Im Atheismusstreit habe er sich ungeschickt verhalten – Goethe habe ihn decken wollen, aber das habe Fichte durch sein undiplomatisches Auftreten unmöglich gemacht.

Schelling kommt bei Heine nicht gut weg; Bedeutung habe er nur als Philosoph der Natur. Die sei nun wieder nichts anderes als der alte Pantheismus Spinozas. Hegel habe die philosophische Entwicklung vollendet.

Heine schließt mit einem praktischen Fazit: „Die deutsche Philosophie ist eine wichtige, das ganze Menschengeschlecht betreffende Angelegenheit, und erst die spätesten Enkel werden darüber entscheiden können ob wir dafür zu tadeln oder zu loben sind, daß wir erst unsere Philosophie und hernach unsere Revolution ausarbeiteten. Mich dünkt, ein methodisches Volk wie wir mußte mit der Reformation beginnen, konnte erst hierauf sich mit der Philosophie beschäftigen und durfte nur nach deren Vollendung zur politischen Revolution übergehen. Diese Ordnung finde ich ganz vernünftig. Die Köpfe, welche die Philosophie zum Nachdenken benutzt hat, kann die Revolution nachher zu beliebigen Zwecken abschlagen. […] Das Christentum – und das ist sein schönstes Verdienst – hat jene brutale germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut, wovon die nordischen Dichter soviel singen und sagen. Jener Talisman ist morsch, und kommen wird der Tag, wo er kläglich zusammenbricht. Die alten steinernen Götter erheben sich dann aus dem verschollenen Schutt und reiben sich den tausendjährigen Staub aus den Augen, und Thor mit dem Riesenhammer springt endlich empor und zerschlägt die gotischen Dome. […] Lächelt nicht über den Phantasten, der im Reiche der Erscheinungen dieselbe Revolution erwartet, die im Gebiete des Geistes stattgefunden. Der Gedanke geht der Tat voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen und sich in ihren königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_Geschichte_der_Religion_und_Philosophie_in_Deutschland

https://epub.ub.uni-muenchen.de/5046/1/5046.pdf (Auf dem Weg zur Verwissenschaftlichung der Literaturgeschichtsschreibung: Heine)

http://german.utoronto.ca/wp-content/uploads/bsk-pdf-manager/15_HEINE_HISTORY.PDF (Besprechung, engl.)

https://rezensionen-tiefenpsychologie.de/philosophie/heinrich-heines-lutherportrait-in-zur-geschichte-der-religion-und-philosophie-in-deutschland (Heines Lutherbild)

https://www.himmlisch-plaudern.de/bemerkenswertes/heine-ueber-luther.htm (dito)

http://www.f-nietzsche.de/n_heine.htm (Heine und Nietzsche)

Der Text ist vielfach im Netz präsent:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/zur-geschichte-der-religion-und-philosophie-in-deutschland-378/1

http://www.heinrich-heine.net/religion/relid1.htm (am Ende unvollständig)

http://digbib.org/Heinrich_Heine_1797/Zur_Geschichte_der_Religion_und_Philosophie_in_Deutschland?k=Erstes+Buch

http://www.zeno.org/Literatur/M/Heine,+Heinrich/Essays+I%3A+%C3%9Cber+Deutschland/Zur+Geschichte+der+Religion+und+Philosophie+in+Deutschland

Metaphern als Vehikel des Verstehens: die Boten des Todes

Seit der 4. Auflage der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (1840) steht das folgende Märchen darin (in der Rechtschreibung der damaligen Zeit): 

Die Boten des Todes.

Vor alten Zeiten wanderte einmal ein Riese auf der großen Landstraße, da sprang ihm plötzlich ein unbekannter Mann entgegen, und rief „halt! keinen Schritt weiter!“ „Was,“ sprach der Riese, „du Wicht, den ich zwischen den Fingern zerdrücken kann, du willst mir den Weg vertreten? Wer bist du, daß du so keck reden darfst?“ „Ich bin der Tod,“ erwiderte der andere, „mir widersteht niemand, und auch du mußt meinen Befehlen gehorchen.“ Der Riese aber weigerte sich, und fieng an mit dem Tode zu ringen. Es war ein langer heftiger Kampf, zuletzt aber behielt der Riese die Oberhand, und schlug den Tod mit seiner Faust nieder, daß er neben einen Stein zusammensank. Der Riese gieng seiner Wege, und der Tod lag da besiegt, und war so kraftlos, daß er sich nicht wieder erheben konnte. „Was soll daraus werden,“ sprach er, „wenn ich da in der Ecke liegen bleibe? es stirbt niemand mehr auf Erden, und sie wird so mit Menschen angefüllt werden, daß sie nicht mehr Platz haben neben einander zu stehen.“ Indem kam ein junger Mensch des Wegs, frisch und gesund, sang ein Lied, und warf seine Augen hin und her. Als er den halbohnmächtigen erblickte, gieng er mitleidig heran, richtete ihn auf, flößte ihm aus seiner Flasche einen stärkenden Trank ein, und wartete bis er wieder zu Kräften kam. „Weist du auch,“ fragte der Fremde, indem er sich aufrichtete, „wer ich bin, und wem du wieder auf die Beine geholfen hast?“ „Nein,“ antwortete der Jüngling, „ich kenne dich nicht.“ „Ich bin der Tod,“ sprach er, „ich verschone niemand, und kann auch mit dir keine Ausnahme machen. Damit du aber siehst daß ich dankbar bin, so verspreche ich dir daß ich dich nicht unversehens überfallen, sondern dir erst meine Boten senden will bevor ich komme und dich abhole.“ „Wohlan,“ sprach der Jüngling, „immer ein Gewinn, daß ich weiß wann du kommst, und so lange wenigstens sicher vor dir bin,“ zog weiter, war lustig und guter Dinge, und lebte in den Tag hinein. Allein Jugend und Gesundheit hielten nicht lange aus, es kamen Krankheiten und Schmerzen, die ihn plagten. „Sterben werde ich nicht,“ sprach er zu sich selbst, „denn der Tod sendet erst seine Boten, ich wollte nur die bösen Tage der Krankheit wären erst vorüber.“ Sobald er sich gesund fühlte, fieng er wider an in Freuden zu leben. Da klopfte ihn eines Tags jemand auf die Schulter, und als er sich umblickte, stand der Tod hinter ihm, und sprach „folge mir, die Stunde deines Abschieds von der Welt ist gekommen.“ „Wie,“ antwortete der Mensch, „willst du dein Wort brechen? hast du mir nicht versprochen daß du mir bevor du selbst kämest, deine Boten senden wolltest? ich habe keinen gesehen.“ „Schweig,“ erwiederte der Tod, „habe ich dir nicht einen Boten über den andern geschickt? kam nicht das Fieber, stieß dich an, und warf dich nieder? hat der Schwindel dir nicht den Kopf betäubt? zwickte dich nicht die Gicht in allen Gliedern? brauste dirs nicht in den Ohren? nagte nicht der Zahnschmerz in deinen Backen? ward dirs nicht dunkel vor den Augen? Ueber das alles, hat nicht mein leiblicher Bruder, der Schlaf, dich jeden Abend an mich erinnert? lagst du nicht in der Nacht, als wärst du schon gestorben?“ Der Mensch wußte nichts zu erwidern, ergab sich in sein Geschick, und gieng mit dem Tode fort. (https://de.wikisource.org/wiki/Die_Boten_des_Todes_(1840))

Meine Anmerkungen dazu:

Die Pointe des Märchen liegt im Begriff „die Boten des Todes“. Der ehemalige junge und später alte Mensch versteht ihn wörtlich: Boten als Leute, die anklopfen, sich ausweisen und mündlich oder schriftlich ihre Botschaft ausrichten. Der Tod jedoch versteht „die Boten“ metaphorisch; er nennt, als er sich rechtfertigt, „Krankheiten und Schmerzen“ seine Boten, die er dann als Fieber, Schwindel, Gicht usw. einzeln benennt. Dazu verweist er auf seinen leiblichen Bruder, den Schlaf, der einen jeden Abend an den Tod erinnere, weil man dann so liege, „als wärst du schon gestorben“. Diese Argumentation erkennt der alte Mann an, auf dass auch der Leser sie anerkenne.

Beachtung verdient, dass hier auf eine Metapher zurückgegriffen wird, um den Menschen in den letzten Dingen zur Einsicht zu verhelfen: Du kannst in deinem Leben erkennen, dass der Tod auf dich zukommt, dass deine Tage gezählt sind, auch wenn niemand die Zahl kennt außer dem Tod – also niemand, weil es „den Tod“ nicht gibt (es gibt nur Lebewesen, die sterben werden, und solche, die bereits verstorben sind, und dazu noch die, die gerade sterben – alles andere ist nur die Substantivierung eines Vorgangs [sterben] oder eines Zustands [verstorben], aber nichts wirklich Seiendes.)

Eine alte Sentenz ist es, dass der Schlaf der Bruder des Todes ist. Auch das ist dann wieder eine Metapher, die uns von einem relativ Bekannten, dem Schlaf, mittels der Metapher „Bruder“ zum völlig Unbekanntem, dem Tod, führen soll:

https://thanatos.tv/schlafes-stief-bruder/

http://www.academia.edu/475206/Tod_Schlafes_Bruder._Intertextuelle_Streifz%C3%BCge_und_Fallstudien bzw.

https://www.academia.edu/475206/Tod_Schlafes_Bruder._Intertextuelle_Streifz%C3%BCge_und_Fallstudien?auto=download

http://www.izpp.de/fileadmin/user_upload/Ausgabe-1-2010/08_1-2010_E_Eirund.pdf

http://www.schlafen-aktuell.de/wissenswertes/geschichte-des-schlafs


Über die Metapher als Vehikel der Erkenntnis
:

http://www.philosophischepraxis.de/Metaphorik_3.pdf (Metaphorik in der Wissensgesellschaft)

http://www.sprachkompass.ch/theoretisches/metaphern-erkennen (Metaphern erkennen und ihre gedankenleitende Wirkung durchschauen)

http://www.metaphorik.de/sites/www.metaphorik.de/files/journal-pdf/04_2003_finke.pdf (Über Metaphern in der Wissenschaft)

http://www.metaphorik.de/sites/www.metaphorik.de/files/journal-pdf/15_2008_jost.pdf (Wann verstehen, wann interpretieren wir Metaphern)

http://www.subjekte.de/Erkenntnistheorie/Methodisches/05metapher.htm (Litsche: Metapher und Erklärungsprinzip)

http://www.fk14.tu-dortmund.de/medien/philo/archiv/sb.metapher.pdf (Metaphern in Erkenntnistheorie und Naturphilosophie)

https://www.bildung.uni-siegen.de/mitarbeiter/fichtner/dokumente/deutsch/metapher_und_lerntaetigkeit.pdf (Metapher und Lerntätigkeit)

http://www.power-xs.net/jain/pub/psychologiedermetapher.pdf (Die Psychologie der Metapher und die (vermittelte) „Innerlichkeit“ der Erkenntnis)

http://elinas.fau.de/media/pdf/publications/2014-beitrag-quarksletters.pdf (Metaphern in Erkenntnisprozessen der Physik)

https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/02_wurzel.pdf (Zur Metapher in der natürlichen Sprache)

https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/01_holz.pdf (Bedeutung von Metaphern für die Formulierung dialektischer Theoreme)

http://homepages.uni-paderborn.de/winkler/metapher.html (Metapher, Kontext, Diskurs, System)

http://sammelpunkt.philo.at:8080/77/1/metapher.html (sprachanalytische Theorie der Metapher)

http://www.engeler.de/freymetapher.html (Frey: Metapher)

https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/Probekapitel_NAL386.pdf (Bild – Metapher – Modell)

https://bib.irb.hr/datoteka/685587.Mikulic_FiD_42013.pdf (Modelle oder Metaphern? Zur ‚Übertragung‘ in Wissenschaft und Philosophie)

https://www.researchgate.net/publication/251285071_Erkenntnis_durch_Metaphern_Methodologische_Bemerkungen_zur_Metaphernforschung (Erkenntnis durch Metaphern?)

http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2010/598/pdf/Schieder_13102006.pdf (Die gestaltende Kraft von Sprachbildern und Metaphern)

Es gibt weitere interessante Beiträge (z.B. auf „swisscows“), die man aber nur herunterladen, jedoch nicht verlinken kann – jedenfalls nicht auf swisscows, und natürlich jede Menge Spezialuntersuchungen, u.a. Mihail Ungheanu: Metapher und Verstehen. Untersuchungen zu Paul Ricoeurs Metaphertheorie.

Sinnfreie Bonussysteme steuern Verhalten

Heute steht in der SZ ein interessanter Artikel von Sebastian Herrmann: „Das Fleißbildchen-Prinzip. Selbst sinnfreie Bonussysteme lenken menschliches Verhalten“ Der Artikel beruht auf einer Studie von Luxi Shen und Christopher Hsee.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich auch ein wenig von diesem Bonusfieber ergriffen bin: Ich löse täglich zehn Schachrätsel und möchte meine Quote (derzeit 62,11 %) verbessern, wobei mir die Quote fast wichtiger ist als Freude am Rätsellösen; die eine Motivation überlagert die andere, auch wenn sie sie noch nicht völlig beseitigt hat. – Ich erwäge, die Quote nicht mehr täglich zu kontrollieren.

Ist Gott gestorben?

Normalerweise wird Nietzsche die Erkenntnis zugeschrieben, dass Gott tot ist; er hat sie in der Parabel „Der tolle Mensch“ (Die fröhliche Wissenschaft, 1882, Aphorismus 125) verkünden lassen. In Wahrheit hatte Heine knapp 50 Jahre vorher bereits die Biografie Gottes erzählt, welche naturgemäß mit seinem Tod endet:

„Lessing starb zu Braunschweig, im Jahr 1781, verkannt, gehaßt und verschrien. In demselben Jahre erschien zu Königsberg die »Kritik der reinen Vernunft« von Immanuel Kant. Mit diesem Buche, welches durch sonderbare Verzögerung erst am Ende der achtziger Jahre allgemein bekannt wurde, beginnt eine geistige Revolution in Deutschland, die mit der materiellen Revolution in Frankreich die sonderbarsten Analogien bietet und dem tieferen Denker ebenso wichtig dünken muß wie jene. Sie entwickelt sich mit denselben Phasen, und zwischen beiden herrscht der merkwürdigste Parallelismus. Auf beiden Seiten des Rheines sehen wir denselben Bruch mit der Vergangenheit, der Tradition wird alle Ehrfurcht aufgekündigt; wie hier in Frankreich jedes Recht, so muß dort in Deutschland jeder Gedanke sich justifizieren, und wie hier das Königtum, der Schlußstein der alten sozialen Ordnung, so stürzt dort der Deismus, der Schlußstein des geistigen alten Regimes.

Von dieser Katastrophe, von dem 21. Januar des Deismus, sprechen wir im folgenden Stücke. Ein eigentümliches Grauen, eine geheimnisvolle Pietät erlaubt uns heute nicht, weiterzuschreiben. Unsere Brust ist voll von entsetzlichem Mitleid – es ist der alte Jehova selber, der sich zum Tode bereitet. Wir haben ihn so gut gekannt, von seiner Wiege an, in Ägypten, als er unter göttlichen Kälbern, Krokodilen, heiligen Zwiebeln, Ibissen und Katzen erzogen wurde – Wir haben ihn gesehen, wie er diesen Gespielen seiner Kindheit und den Obelisken und Sphinxen seines heimatlichen Niltals ade sagte und in Palästina, bei einem armen Hirtenvölkchen, ein kleiner Gottkönig wurde und in einem eigenen Tempelpalast wohnte – Wir sahen ihn späterhin, wie er mit der assyrisch-babylonischen Zivilisation in Berührung kam und seine allzu menschlichen Leidenschaften ablegte, nicht mehr lauter Zorn und Rache spie, wenigstens nicht mehr wegen jeder Lumperei gleich donnerte – Wir sahen ihn auswandern nach Rom, der Hauptstadt, wo er aller Nationalvorurteile entsagte und die himmlische Gleichheit aller Völker proklamierte und mit solchen schönen Phrasen gegen den alten Jupiter Opposition bildete und so lange intrigierte, bis er zur Herrschaft gelangte und vom Kapitole herab die Stadt und die Welt, urbem et orbem, regierte – Wir sahen, wie er sich noch mehr vergeistigte, wie er sanftselig wimmerte, wie er ein liebevoller Vater wurde, ein allgemeiner Menschenfreund, ein Weltbeglücker, ein Philanthrop – es konnte ihm alles nichts helfen –

Hört ihr das Glöckchen klingeln? Kniet nieder – Man bringt die Sakramente einem sterbenden Gotte.“

(H. Heine: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, 1834, Ende des zweiten Buchs)

 

Ch. Taylor: Das sprachbegabte Tier (2017) – Rezension

Wie die Sprache menschliches Leben konstituiert

Charles Taylor: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Aus dem Englischen von Joachim Schulte. Suhrkamp Verlag: Berlin 2017 (38,00 Euro)

Mit dem Titel „Das sprachbegabte Tier“ (The Language Animal, 2016) stellt sich der Autor in die große europäische Tradition, die den Menschen mit Aristoteles als zoon logon echon versteht: als Tier, das Vernunft/Sprache hat (griech. „lógos“: Wort, Sprache, Vernunft; lat. animal rationale).

Der Autor möchte zeigen, „daß dieses [Sprach]Vermögen mehr Formen annehmen kann, als man vermuten möchte“ (S. 7). Dazu stützt er sich auf die Theorien Hamanns, Herders und Humboldts (die sog. HHH-Theorie), die er vertiefen und weiterentwickeln will, um ihre Überlegenheit gegenüber der Tradition von Hobbes, Locke und Condillac (HLC-Theorie) aufzuzeigen. Diese beiden Theorien nennt er Konstitutionstheorie (Herder u.a.) vs. Rahmentheorie (Locke u.a.): Locke gehe von den menschlichen Fähigkeiten als einem fertigen „Rahmen“ aus, zu denen dann einfach die Sprache als eine weitere Fähigkeit hinzukomme; Herder dagegen vermittle uns ein Bild, „wonach die Sprache neue Zwecksetzungen, neue Verhaltensebenen, neue Bedeutungen ermöglicht und daher nicht im Rahmen eines sprachunabhängig aufgefaßten Bilds vom menschlichen Leben erklärt werden kann“ (S. 14).

Im Teil I zeichnet Taylor ein Bild der Konstitutionstheorie:

  • Ein Wort ist mehr als ein Signal; es ermöglicht nämlich eine Reflexion.
  • Einen Gegenstand kann man nur vor dem Hintergrund der Welt erkennen, ein Wort nur vor dem Hintergrund des ganzen Wörterbuchs verstehen.
  • Seine Bedeutung hat ein Wort im Zusammenhang mit Praktiken, die in eine Lebensform eingebettet sind“ – Wittgenstein spricht von einem Sprachspiel.
  • Manche „Gegenstände“ sind nicht unabhängig von ihren Bezeichnungen; Gefühle können durch aufschlussreiche Bezeichnungen umgestaltet werden.
  • Menschliche Nähe und Verständigung kann durch Sprache hergestellt werden.
  • Familie oder Gemeinwesen mitsamt ihren Normen werden sprachlich konstituiert.

Taylor greift auf Jerome S. Bruners Begrifflichkeit des enaktiven Repräsentierens zurück (enaktive – ikonische – symbolische Darstellungsform), um zu zeigen, wie wir Bedeutungen erlernen können: als Aneignung eines Habitus (Bourdieu); Taylor zeigt das am Beispiel eines Bikers und seiner bedeutungsschweren Art zu gehen auf.

Der primäre Ort der Sprache sei nicht das monologische Bezeichnen von Dingen, sondern das Gespräch; das zeige sich auch beim Erwerb der Sprache in der Ontogenese, die Taylor im 2. Kapitel untersucht. Die Bemerkungen zur Phylogenese: wie das Sprechen von Menschen sich in der Geschichte entwickelt hat, greifen mit Taylors Rückgriff auf Überlegungen Merlin Donalds zu kurz. Die Fähigkeiten, welche Donald benannt hat, setzen allesamt bereits eine Existenz im Sprachlichen voraus und können nicht erklären, wie man in diesen Bereich hineinkommt.

Im Teil II (S. 195 ff.) geht es „Vom Deskriptiven zum Konstitutiven“. Zunächst stellt Taylor die Prinzipien der auf Hume – Locke – Condillac zurückgehenden Bezeichnungstheorie der Sprache vor: Sprache ermögliche ein effektives Denken und Mitteilen, wenn die Wörter eindeutig etwas bezeichneten oder mit einer Idee verbunden seien. Die Grundlagen dieser Theorie seien von Gottlob Frege (1848-1925) zerstört worden, auch wenn sie teilweise noch fortlebten: Es gilt der Primat des Satzes gegenüber dem Begriff; zuerst werde auf etwas Bezug genommen, danach erfolge die Prädikation; hinzukommen müsse noch eine Kraft, die daraus eine Behauptung (oder eine Frage oder einen Befehl) mache. Der Sinn eines Satzes sei durchaus nicht gleich einer Idee, sondern eine normative Realität. In der Theorie der Sprechakte (Austin, Searle) seien Freges Überlegungen teilweise weitergeführt worden.

Auch erfasse die HLC-Theorie nicht die figurative Kraft der Sprache, also die Möglichkeit des uneigentlichen (bildhaften) Sprechens; in Metaphern werde nämlich nicht nur Gegebenes bezeichnet, sondern teilweise Unbekanntes erst (konstitutiv) erschlossen. Das bildhafte Sprechen mache es nötig, das von Saussure formulierte Prinzip der Beliebigkeit der sprachlichen Bezeichnung einzuschränken.

Taylor fragt dann, wie es möglich ist, neue Bedeutungen zu formulieren. Man könne sie enaktiv darstellen, neue Begriffe bei Entdeckungen einführen oder etwas ausführlich erklären. Zwischen enaktiver Verkörperung und entkörperlichter Symbolbildung stehe das Kunstwerk: Es verschafft Zugang zu neuen Bedeutungen, die sonst nicht verfügbar sind. „Die Nachahmung schildert, ohne etwas zu behaupten.“ (S. 448) Am Beispiel ethischer Einsichten und künstlerischen Verstehens geht Taylor intensiv der Frage nach der Erkenntnis neuer Bedeutungen nach, deren Richtigkeit im hermeneutischen Zirkel – dann natürlich nicht eindeutig – überprüft werde. Die exakte deskriptive Sprache der Wissenschaften sei nur ein (Sonder)Fall menschlichen Sprechens.

Diskurs bedeutet normalerweise „Gedankenaustausch, Unterhaltung; Erörterung“ (DWDS); im Anschluss an Émile Benveniste bezeichnet Taylor als Diskurs das, „was wir mit unserem Sprechen leisten, hervorbringen oder ‚erschaffen’“ (S. 502). [Ähnlich spricht er mit Michael Silverstein von Metapragmatik, S. 505, wo der Begriff Pragmatik ausreicht – solch eigenwilliger Sprachgebrauch trägt nur zur Verwirrung bei.] „Die schöpferische Kraft des Diskurses“ bestehe darin, nicht nur menschliche Verhältnisse festzulegen und zu erhalten, sondern auch neue Erwartungen und Normen hervorzubringen, wie Taylor am Beispiel der Demonstrationen 2011 auf dem Tahrirplatz zeigt. Er erkennt sogar eine Leistung, die dem der früheren Rituale gleiche: die kosmische Ordnung wiederherstellen.

„Weitere Anwendungen“ unternimmt Taylor in Teil III (S. 549 ff.). Zunächst untersucht er, wie Erzählen Bedeutung erschafft: „Wie es aussieht, kann die angemessene, reflektierte Selbstdeutung einer Einzelperson, einer Gruppe oder einer ganzen Spezies nicht ohne Erzählungen auskommen.“ (S. 599) Das liege daran, „daß sich der Gewinn [von Erkenntnissen zur richtigen Lebensführung, N.T.] unter anderem in der Form solcher umfassenden diachronischen Betrachtungsweisen einstellt, die neue Intuitionen mit dem Hintergrund, aus dem sie auftauchen, verbinden“ (S. 582). – Solche Überlegungen führen aus dem Gebiet der traditionellen Sprachphilosophie hinaus, sind aber dem Autor sehr wichtig; dabei reklamiert er teilweise Leistungen für „die Sprache“, welche man auch anders erklären kann, zum Beispiel Berger-Luckmann in „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ (Fischer: Frankfurt 1969), für welche Taylor sich auf die Kraft des Diskurses beruft.

Nach einigen Anmerkungen zur Sapir-Whorf-Hypothese kommt Taylor zum Fazit: „[D]ie Entstehung der Sprache scheint ein sehr viel höheres Maß an Flexibilität ins Spiel gebracht zu haben, eine gewisse Fähigkeit zur Selbstveränderung, ja zur völligen Selbsttransformation, der bei anderen Tieren gar nichts entspricht.“ (S. 639)

Wie seine Gewährsleute Hamann-Herder-Humboldt, zu denen u.a. noch Wittgenstein, Heidegger und Merlau-Ponty hinzukommen, hat Taylor vor allem die anthropologische Bedeutung des Sprechens herausgearbeitet; ihr sind auch die Untersuchungen zu Referenz und Bedeutung, zur Metapher oder zur vermeintlich „idealen“ Sprache untergeordnet. Der Autor greift oft auf spätere Überlegungen vor oder bereits vorgetragene zurück – man muss sich bei der Lektüre sehr konzentrieren. Gestört hat mich die Neigung des Übersetzers (auch des Autors?), „bildungssprachliches“ Vokabular statt normaler Wörter zu gebrauchen (z.B. der kollaborative Aufbau des Weltbildes, S. 246, oder Gibsons Begriff der Affordanzen – statt „Angebote, Aufforderungen“, S. 280). Die Geschichte der romantischen Sprachphilosophie findet man klarer in Ernst Cassirers Buch „Die Sprache“ (Bruno Cassirer: Berlin 1923) dargestellt.

Charles Taylor selbst sieht sein Buch als ersten Teil eines Projekts, dessen zweiter Teil sich mit der nachromantischen Poetik befassen soll.

 

Dies ist meine erste Version der Besprechung; Eckart Löhr von re-visionen hat dazu einige Korrekturen vorgeschlagen, was folgende Version zum Ergebnis hat: http://re-visionen.net/die-rezension-zu-das-sprachbegabte-tier-von-charles-taylor/

 

Sprachphilosophie:

http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/PDF/Sprache2fin.pdf (L. Hoffmann: Der Mensch und seine Sprache)

https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Anthropologie (Phil. Anthropologie)

https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachphilosophie (Übersicht, knapp)

https://www.brgdomath.com/philosophie/erkenntnistheorie-tk10/sprachphilosophie-allgemeines/ (Übersicht für Schüler)

http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bentry%5D=843&tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&tx_gbwbphilosophie_main%5Bcontroller%5D=Lexicon&cHash=26416e9ec63eb3ac72be2d63694190ce bersicht, v.a. analytische Ph.)

http://www.schalhorn.de/Schalhorn_Sprachphilosophie_Hamann-Herder_2010.pdf (Einführung in Hamann – Herder)

https://www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/nimtz/Vorlesungen/10W%20VLSprache%201%20Einf%C3%BChrung.pdf (kurze Übersicht)

https://www.fernuni-hagen.de/KSW/bakwmfs/pdf/3561_Sprachphilosophie_P1.pdf (Repräsentation – Bedeutung – Gebrauch der Sprache – phil. Probleme: grammatische Sätze)

http://www.uni-konstanz.de/philosophie/files/sprachphilosophie2.pdf (Spohn 92/93: Was ist die Bedeutung von Namen?)

http://philipphuebl.com/pdf/Huebl_Grundwissen_Sprachphilosophie%20I_Semantik_Logik_Webseite.pdf Ph. Hübl: Logik und formale Semantik, sehr knapp

http://www.philipphuebl.com/pdf/Huebl_Grundwissen_Sprachphilosophie%20II_Pragmatik_Webseite.pdf Hübl: Pragmatik, sehr knapp

https://www.hfph.de/studium/lehrveranstaltungen/sommersemester-2014/einfuehrung-in-die-analytische-sprachphilosophie/sprachphilosophie-vorlesung-bachelor.pdf Einführung in analyt. Sprachphil.

A. Meyer: Adams Apfel und Evas Erbe – gelesen

Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer“ ist der Untertitel des 2015 in 2. Auflage erschienenen Buches. Darin erklärt der Evolutionsbiologe Prof. Meyer (https://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Meyer_(Biologe)), wie Genetik funktioniert und wie Männer oder Frauen im Mutterleib zu solchen werden – mit allen Spielarten der Abweichung, die es dabei gibt. Zum Schluss geht er auch auf die Ideologie des gendermainstreaming ein und entlarvt sie als das, was sie ist: ein unwissenschaftliches politisches Programm, das Männer systematisch benachteiligt. – Man braucht einen langen Atem, um die 360 Seiten zu lesen, aber danach weiß man eine Menge mehr.

http://www.deutschlandfunkkultur.de/axel-meyer-adams-apfel-und-evas-erbe-weitreichende.950.de.html?dram:article_id=330503

http://blogs.faz.net/lesesaal/2015/09/25/axel-meyer-adams-apfel-und-evas-erbe-149/

http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/233/rezension-gene-oder-umwelt

https://www.freitag.de/autoren/ahoffmann/adams-apfel-und-evas-erbe-1

http://www.literaturmarkt.info/cms/front_content.php?idcat=95&idart=9001

https://geschlechterallerlei.wordpress.com/tag/axel-meyer/

https://www.3sat.de/page/?source=/nano/bt/183428/index.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/fortpflanzungsbiologie-man-soll-uns-nicht-mit-wuehlmaeusen-vergleichen-13897981-p2.html

http://erkenntnisethik.blogspot.de/2015/10/axel-meyer-adams-apfel-und-evas-erbe_28.html

https://hpd.de/artikel/12226

Man sieht, wenn‘s ums Gendern geht, schlagen die Wellen hoch!